Notiz zur EU-Krise: Ständig dieselbe Farce.

Nahezu alle herkömmlichen Zeitungen, vor allem die bürgerlich-konservativen, aber auch liberalen, gehen die Krise mit solch euphemistischer Zaghaftigkeit an, sodass man meinen könne, dass sie nicht im Auftrag der Aufklärung, sondern vielmehr im Auftrag der Beschwichtigung arbeiten. In einer aufgeklärten freiheitlich-demokratischen Gesellschaft darf der Bürger von der Medienlandschaft vor allem eines erwarten: die Wahrheit!

Jeder selbsternannte „Experte“ – verdächtig oft jene, die uns seit jeher in einfältigem Blicke Wohlstand predigen (was auch immer es wirklich(!), jenseits des BIP, bedeuten mag), die Ökonomen – schwingt sich empor mit dem vermeintlich besten Wissen, -die- Lösung(en) gegen die Krise gefunden zu haben. Sobald man solchen Annoncen, wie „So kommt die Jugend aus der Falle“ (Welch Hochmut!), nachgibt, meint, etwas halbwegs Brauchbares darin finden zu können, das möglicherweise den eigenen Verstand in Betrieb setzt, ja beflügelt, wird einem klar, danach „leerer“ zu sein als davor.

Die Peripherie Europas, mitsamt einigen großen Volkswirtschaften und kulturreichen Völkern, scheint Tag ein Tag aus zu zerbröckeln, das europäische Band der Völker droht zu zerreißen und wir wahren mit fast stoischer Geduld unsere Haltung im Nichtstun, lassen uns vom Konsum stillen, akzeptieren die Agenda „Politik der kleinen Schritte“ und hören über Offenbarungen wie „marktkonforme Demokratie“(!!) hinweg.  Mit Verlaub: Seit wann sind die Ökonomen interdisziplinäre Gelehrte, die sich der Erklärung anmaßen können, eine intakte gesunde Gesellschaft mit paar Reförmchen hier und einigen Gesetzesänderungen dort herbeiführen zu können – gerade die herkömmlichen Ökonomen? (Vielleicht kein Wunder bei der zunehmenden Ökonomisierung aller menschlichen Lebensbereiche oder wie mir prägnanter zu sein scheint: Diktatur der Märkte.)

Ich kenne eine Lösung, wie die Jugend aus der Falle kommt: Empörung statt Betäubung und Resignation! Mit deutscher Lehrmeisterei, Symbol- und Machtpolitik sowie politischer Schönheitschirurgie nähren wir das Monster, das sich (noch) im Gewand der „Eurokrise“ (Welch scheußliche Irreführung) vermummt. Ja, wir brauchen was Unkonventionelles, was Unverdorbenes, Unbefangenes, etwas Exogenes, was seinen Ursprung im Nonkonformen, außerhalb des gegenwärtig Bestehenden hat, so Progressives und vor allem Menschliches… Sapere Aude!

Anmerkung: Der Kommentar wurde Anfang 2012 bezüglich der EU-Krisenpolitik publiziert.

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